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Das Institut |
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Institut für Wachstumsstudien (IWS) mit Sitz in Gießen
wurde 2003 als Zusammenschluss junger Wissenschaftler verschiedener
Fachgebiete und Universitäten gegründet. Das Institut
versteht sich als außeruniversitäre und unabhängige
Forschungsgemeinschaft, die vornehmlich wirtschaftliche und sozialwissenschaftliche
Zusammenhänge untersucht. Das IWS wird rechtlich und finanziell
von der als gemeinnützig anerkannten "Gesellschaft für
Wachstumsstudien e.V." getragen. Es steht weder einer Partei
noch einer anderen Interessengruppe nahe und finanziert sich durch
(Förder-)Mitgliedsbeiträge und über Spenden. Eine Einflussnahme der Fördermitglieder (ausschließlich natürliche Personen) auf die Forschungsarbeit ist ausgeschlossen. |
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| Die IWS-Kernaussage |
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Den
Ausgangspunkt für die Forschungen des Instituts bildet die
IWS-Kernaussage. Sie
stellt dar, warum sich die Hoffnungen, durch entsprechende Reformen
wieder dauerhaft und nicht nur in Zeiten der Hochkonjunktur an die
hohen Wachstumsraten der Vergangenheit anknüpfen zu können,
wahrscheinlich nicht erfüllen werden: Nach wie vor wird angenommen,
dass Volkswirtschaften grundsätzlich mit konstanten Raten von
zwei, drei oder mehr Prozent wachsen können, wenn nur geeignete
Rahmenbedingungen vorhanden sind. Diese Annahme gilt als eine solche
Selbstverständlichkeit, dass sie nicht hinterfragt werden muss.
Das IWS belegt jedoch anhand von Zahlenmaterial des Statistischen
Bundesamtes und der OECD, dass dies ein Irrtum ist. Denn entgegen
der Annahme wachsen entwickelte Volkswirtschaften in der Regel nicht
mit konstanten Prozentraten und somit exponentiell, sondern lediglich
um konstant absolute Beträge und damit linear. Dies aber bedeutet,
dass die Wachstumsraten typischerweise sinken.
Um das Problem zu veranschaulichen stellt die Kernaussage
erstens die bisherige Entwicklung der bundesrepublikanischen Volkswirtschaft
dar und zeigt zweitens, welche Auswirkungen es auf die Wachstumsrate
hat, wenn sich diese Entwicklung fortsetzt. Dabei lenkt sie den
Blick weg vom fallenden relativen und hin zum konstanten absoluten
Wachstum. So ist die westdeutsche Volkswirtschaft von 1950 an inflationsbereinigt
in jedem Jahrzehnt um etwa 300 Mrd. Euro gewachsen. Für die
Wachstumsraten aber bedeutet dies: Was 8 Prozent Wachstum in den
1950er Jahren waren, entspricht im laufenden Jahrzehnt einem Wachstum von
nur noch 1,4 Prozent. |
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| Der IWS-Wachstumsgrundwert |
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| Der
lineare Verlauf des Wachstums erklärt nicht jedes Absinken
der Wachstumsraten und insbesondere nicht das so genannte Nullwachstum.
Unter anderem beeinflussen Konjunkturzyklen die konkrete Höhe
der Wachstumsraten. Das IWS bezweifelt daher nicht, dass mittels
geeigneter politischer Maßnahmen günstigere Bedingungen
für Wachstum geschaffen werden können. Doch der Spielraum
hinsichtlich der Wachstumsrate wird durch die lineare Entwicklung
zunehmend begrenzt. Das Institut möchte deshalb eine realistischere
Sichtweise davon vermitteln, mit welchem durchschnittlichen Wachstum
unter durchschnittlichen Rahmenbedingungen noch gerechnet werden
kann. Um dies zu veranschaulichen, kalkuliert das IWS seinen „Wachstumsgrundwert“.
Dieser Wert berücksichtigt keine konjunkturellen Einflüsse
und ist somit auch keine Wachstumsprognose. Er ist lediglich eine
einfache lineare Extrapolation der bisherigen Entwicklung. Damit
kann der Wert als eine Art Orientierungshilfe den verbliebenen wachstumspolitischen
Spielraum der nächsten Jahre aufzeigen. Für das nächste Jahrzehnt beträgt der Wachstumsgrundwert etwa 1,2 Prozent. |
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| Die Bedeutung
der Kernaussage für Politik und Wissenschaft |
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| In
Politik und Wissenschaft werden die unterschiedlichsten Konzepte
entwickelt, um auf den Wachstumspfad, den man anscheinend verlassen
hat, zurückzukehren. Setzt sich aber die Entwicklung der letzten
50 Jahre fort, so werden die Wachstumsraten weiter sinken –
und zwar weitgehend unabhängig von wachstumspolitischen Gegenmaßnahmen.
Denn wie die IWS-Kernaussage veranschaulicht, wurde der Wachstumspfad
nicht verlassen, er verläuft allerdings linear und nicht exponentiell.
Die Kernaussage zeigt zum einen, warum der Einfluss
der Politik hinsichtlich der Wachstumsrate begrenzt ist. Dies ist
eine wichtige Erkenntnis im Hinblick auf viele Reformen, die bessere
Rahmenbedingungen für konstant hohe Wachstumsraten schaffen
wollen. Denn diese sollen einen Normalzustand wiederherstellen,
den es niemals gegeben hat.
Die Kernaussage verdeutlicht damit aber zum anderen auch, warum
eine Diskussion darüber notwendig ist, wie auch ohne exponentielles
Wachstum eine stabile Volkswirtschaft und dauerhafter Wohlstand
garantiert werden können. |
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| Das Forschungsfeld |
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| Forschungsgegenstand
des IWS sind zwar wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge,
mit denen sich auch andere wissenschaftliche Einrichtungen beschäftigen.
Im Unterschied zu diesen sieht das IWS die Hauptursache für
sinkende Wachstumsraten aber nicht in schlechten Rahmenbedingungen,
die es zu untersuchen gilt, sondern versteht diesen Rückgang
gerade als Ausgangspunkt seiner Forschung. Das Institut erforscht
daher nicht, wie stärkeres Wachstum erreicht werden kann, sondern
vielmehr, was es für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bedeutet,
wenn konstante Wachstumsraten als Problemlösung ausscheiden.
Insbesondere ergeben sich daraus Fragestellungen für folgende
Bereiche:
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• Wachstumspolitik
• Arbeitsmarktpolitik
• Sozialpolitik
• Geldpolitik
•
Umweltpolitik
• Haushaltspolitik
• Kultur
• Globalisierung |
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| Die Arbeit
des IWS |
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Das
vorrangige Ziel des Instituts ist es zunächst, auf die in der
Kernaussage dargestellten Tatsachen und deren Auswirkungen hinzuweisen.
Dies geschieht durch Veröffentlichungen auf unserer Internetseite,
in der vom IWS herausgegebenen Zeitschrift
für Wachstumsstudien und in anderen Publikationen sowie
durch Vorträge. Dabei
bemüht sich das Institut um eine möglichst konkrete und
allgemeinverständliche Sprache. Um größtmögliche
Transparenz und Nachprüfbarkeit seiner Forschungsergebnisse
zu gewährleisten, stellt das Institut die IWS-Papiere
sowie eine wachsende Datenbank
mit Grafiken zur wirtschaftlichen Entwicklung vieler Volkswirtschaften
bereit. Darüber hinaus bietet es unter der Adresse economic-growth.eu einen Überblick speziell zur Wirtschaftskraft der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten an.
Durch seine Arbeit möchte das IWS vor allem eine
Debatte darüber in Gang setzen, dass die in der Kernaussage
dargestellten Tatsachen einer der wichtigsten Grundannahmen der
Wirtschaftspolitik den Boden entziehen: Der Annahme, Volkswirtschaften
könnten dauerhaft exponentiell wachsen.
Da das IWS diese breite Forschungslücke aber
keinesfalls alleine schließen kann, sollen durch seine Veröffentlichungen
auch andere Einrichtungen zur – möglicherweise gemeinsamen
– Erforschung dieser Thematik angeregt werden. |
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| Unterstützung |
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Das
IWS ist ein unabhängiges Institut. Es wird von keiner Interessensgruppe
getragen, sondern ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge
und Spenden finanziert. Zugleich sind seine Forschungsergebnisse
kostenlos und für jedermann frei zugänglich. Dies bedeutet
jedoch auch, dass wir auf Unterstützung angewiesen sind. Sollten
Sie unsere ehrenamtliche Arbeit daher fördern wollen, so sind
wir für Ihre Spende,
gleichgültig in welcher Höhe, sehr dankbar. Privatpersonen
können zudem für einen Beitrag von 30,- € im Jahr
Fördermitglied
werden. |
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